MAKRO-Neujahrsempfang 2026
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21. Januar 2026
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T. Matysik
Ein toxischer Mix sei es, vor dem Europa gerade so steht, so Oberstleutnant Benedikt Franke, der CEO der Münchner Sicherheitskonferenz. Vor uns stünden vier große und ungelöste Problemfelder, die das Schicksal Europas in den nächsten Jahren entscheidend prägen werden.
Zuerst sei da die Erosion des Westens, bereits vor einigen Jahren als „Westlessness“ in der Sicherheitskonferenz thematisiert. Der zunehmend geschwächte Multilateralismus, aber auch die Dominanz des Westens in internationalen Organisationen sei passé. Wir beobachteten heute die Entstehung neuer globaler Machtkonzentrationen in Ostasien, aber auch der Globale Süden trete mit eigenen Interessen wirkungsvoll in Erscheinung.
Als zweite große Veränderung nannte Franke die technologischen Veränderungen: Die Internationale Post-Organisation der Vereinten Nationen beschäftige noch immer 5500 Menschen, aber es gebe bei der UNO keine Organisation zur Künstlichen Intelligenz, die das Leben der Menschen weltweit mehr verändern wird als alles bisher Gesehene. Die Architektur der internationalen Organisationen spiegle noch immer die Probleme der Welt vor 80 Jahren, habe aber keine Antworten auf die Welt von heute.
Krisen und Konflikte seien die dritte große Herausforderung, allen voran der Ukraine-Konflikt, aber auch der Nahe Osten mit den jüngsten Kriegen, die einen starken Instabilitätsfaktor darstellten. Auch die Erschütterungen im transatlantischen Verhältnis seien hier zu nennen, die Thematik Grönland sei in den Medien nicht zu übersehen.
Das vierte Problemfeld sei die nicht vollendete Zeitenwende. Zwar seien die Grundlagen für eine stärkere Bundeswehr gelegt, aber anhand der Ukraine sei sichtbar, daß Resilienz und Abschreckungsfähigkeit wesentlich tiefer greifen als lediglich eine gestärkte Bundeswehr alleine.
Die Sicherheitskonferenz sei dazu da, daß diese Themen besprochen werden können. Als ein Forum für den Dialog biete die Konferenz die Chance zu einem Schritt in Richtung mehr Frieden, wenn auch die Vorzeichen der Zeit nicht günstig scheinen.
Der zweite Referent des Abends war Wolfgang Fackler, Vorsitzender des Arbeitskreises Sicherheitspolitik der CSU-Landtagsfraktion. Fackler berichtete aus der Perspektive der Bayerischen Landesregierung, wie in Bayern die Zeitenwende vorangetrieben werde. Der Austausch zwischen Bundeswehr und Gesellschaft werde in Bayern deutlich erleichtert, die Bundeswehr sei in Bayern wesentlich sichtbarer als in anderen Bundesländern. Dies beginne bei öffentlichen Gelöbnissen, Jugendoffizieren in den Schulen, der Bereitstellung von Flächen und generell der Förderung des Dialogs zwischen Bundeswehr und Bürgern.
Als Auftakt für die anstehenden Veranstaltungen des Arbeitskreises bot der Neujahrsempfang im Palaiskeller des Bayerischen Hofes einen würdigen Rahmen, in dem den bisherigen Partnern gedankt und die Zusammenarbeit mit neuen Partnern gefestigt werden konnte. Besonders hervorzuheben war der Besuch des ranghöchsten Reservistenbeauftragten in München, Generalarzt Prof. Dr. Kehe, stellvertretender Kommandeur der Sanitätsakademie. Ebenso vertreten waren für einen fruchtbaren Austausch mit dem MAKRO der Freundeskreis Offiziere der Panzertruppe e.V. sowie der Bayerische Soldatenbund 1874 e.V. mit seinen Präsidenten Generalmajor a.D. Norbert Wagner.
















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